Tamagotchi — das Haustier am Schlüsselbund
Ein Ei aus Plastik, drei Knöpfe und die ständige Angst, dass es während der Mathestunde stirbt.

1996 brachte Bandai ein eiförmiges Stück Plastik auf den Markt, das die Pausenhöfe der Welt eroberte. Das Tamagotchi war ein virtuelles Haustier: Es schlüpfte, wuchs, wollte gefüttert, bespaßt und geputzt werden – und es starb, wenn man es vergaß.
Der eigentliche Kult entstand durch den Alltag drumherum: Lehrer, die Tamagotchis einsammelten. Freunde, die während des Unterrichts heimlich füttern mussten. Die stille Trauer, wenn morgens nur noch ein kleines Geistersymbol auf dem Display schwebte.
Technisch war das Gerät winzig: ein monochromes LCD mit 32x16 Pixeln, ein Piezo-Lautsprecher, eine Knopfzelle. Emotional war es riesig.